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Das Freiberger Pferd. Eine Liebeserklärung MK auf seinem Freiberger Pferd
Die Schweizer Pferdezucht hat sich enorm entwickelt: Sah man bis vor wenigen Jahren nur ausnahmsweise mal ein Pferd mit den Abstammungsinitialen CH an einer regionalen- oder gar nationalen Pferdesportveranstaltung, so ist das Schweizer Warmblutpferd heute in grösster Zahl vertreten. Vor allem dank Spitzenhengsten deutscher (z.B. Hannovraner, Holsteiner) und französischer Abstammung (z.B. Selle Francais) konnte das CH-Warmblutpferd in kurzer Zeit enorm zulegen.

Die ursprünglichste und am wenigsten überzüchtete Schweizer Pferderasse jedoch ist das Freiberger Pferd mit den Abstammungsinitialen FM für "Franches Montagnes". Dieses leichte, zwischen 150 cm und 160 cm grosse Kaltblutpferd, vor ca. 500 Jahren aus Kreuzungen zwischen der heimischen Landrasse mit schweren Ardennern und Comtois-Kaltblütern entstanden und seit Mitte des 19. Jahrhunderts vom Bund kontinuierlich gefördert, hat seine Heimat im Jura. Im Leimental, Oberbaselbiet, Schwarzbubenland, Laufental und Fricktal gab und gibt es ambitionierte Züchter dieser Pferderasse, die noch bis in die fünfziger und sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts hinein einen grossen Teil der bäuerlichen Arbeitspferde stellte. Als das Pferd immer mehr aus der Landwirtschaft verschwand, sah es schlimm aus für die sympathischen Kaltblüter: Viel zu viele Fohlen mussten geschlachtet werden, da sich keine Abnehmer mehr für die Pferde fanden. Das hat sich geändert: Heute ist der Freiberger ein äusserst beliebtes Allroundpferd, das gerade wegen seiner unverwechselbaren Art und seines guten Charakters geschätzt wird.

Obwohl einige Sportreiter immer noch die Nase rümpfen und den treuen Freiberger als "Bauernpferd" abtun, stieg seine Fangemeinde in den letzten zwei Jahrzehnten kontinuierlich. Der Freiberger weckt Emotionen; dies zeigen u.a. die Veranstaltungen in Agasul und Saignelégier, die grosse Volksfeste sind. Der "Fribi", wie er im Volksmund genannt wird, hat Anhänger in breiten Bevölkerungsschichten: traditionsbewusste Landwirte, ambitionierte Freizeitreiter (Englisch und Western), alternative Barockreiter und Fahrer (da ist das FM-Pferd durchaus fähig, im internationalen Spitzensport mitzuhalten). Er läuft zuverlässig in Reitschulen und seine Geduld wird auch fürs therapeutische Reiten geschätzt. Allerdings braucht der "Fribi" eine genauso seriöse Ausbildung wie jedes andere Pferd - die Legende vom "Sattel drauf und losreiten" kann man vergessen. Da die Pferde so genügsam sind, wird oft die zeitraubende und viel Geduld erfordernde Ausbildung vernachlässigt, was wiederum dem guten Ruf schadet.

Böse Zungen behaupten manchmal, der Freiberger sei stur. Da kann ich nur erwidern: Man soll Persönlichkeit nicht mit Sturheit verwechseln... Die Qualitäten des "FM" überlebten sämtliche Modetrends. Mal war es schick, einen Hannovraner zu haben, dann folgten Irländer, Isländer, Araber, Quarter Horses und jetzt sind es vielleicht Irish Tinker, Andalusier und Pasos. Nichts gegen diese wunderbaren Rassen, aber es ist manchmal wie mit vielem: Man macht eine tolle Weltreise, kennt aber die Kleinode vor der eigenen Haustür nicht. Ungefähr so verhält es sich mit uns und den "Fribis"!

Publiziert in der Zeitschrift „PNW aktuell“

>> zur Fotogalerie: Pferde >> Dressursport mit Freiberger Pferden

 

 

 

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